Industriemotive

Aufgewachsen im Ruhrgebiet, begleitete mich die industriestrukturelle  Entwicklung bis heute. Somit entstand bei mir - neben der abstrakten und informellen Malerei - umso mehr das Bedürfnis, das industrielle Geschehen, insbesondere den Bergbau und die Stahlindustrie malerisch zu dokumentieren.

Die Epoche der Industriealisierung hat Menschen und Landschaften verändert wie keine Zweite. Kohle und Stahl waren die herausragende Triebfeder unserer Gesellschaft. Kühltürme, Hochöfen, Fördertürme und Schlote wuchsen als Zeichen des Fortschritts in einen grauen Himmel, der als Farbvariation nur das Glutrot eines Schlackenabgusses kannte.

Der Bergbau sowie die Stahlindustrie hat in vielen Regionen zu Wohlstand und Beschäftigung geführt sowie ganze Regionen geprägt. Doch Bodenschätze sind endlich und geologische Bedingungen unterschiedlich.

Wo die Förderung nicht mehr konkurrenzfähig oder die Förderungen erschöpft sind, zieht sich der Bergbau zurück.

Es bleiben von Menschenhand geschaffene Kulturlandschaften, Probleme und Chancen. Kein Bergwerk ist wie das andere. Es gibt vergleichbares und unterschiedliches, Zweckbauten und architektonische Glanzpunkte. 


Die Erfindung von Hoch- und Drehrohröfen sowie moderner Konverterverfahren verhalfen der Hüttenindustrie zum Durchbruch und begründeten bekannte Dynastienwie die der Krupps, Thyssens und Mannesmanns. Viele Regionen erlebten einen Boom, manche Stadt entwickelte sich erst rund um ein Hütten- oder Bergwerk. Das führte zu Beschäftigung und Wohlstand, aber auch zu Umweltproblemen.

Durch Wirtschaftskrisen und Zyklen schrumpfte die Hüttenindustrie in Europa wieder und wurde effizienter. Ob im Ruhrgebiet, im Saarland, im Harz oder auch in Belgien oder Lothringen: Wo die Hüttenindustrie sich einst ansiedelte, prägt sie bis heute Umfeld und Kultur - wenn auch oftmals nur noch in einer postindustriellen Landschaft.

Heute ist der Himmel über dem Ruhrgebiet und anderen Industrieregionen Europas wieder blau.

Die Montanindustrie hat sich globalisiert und in Europa auf wenige starke Zentren zurückgezogen. Gleichzeitig werden ehemalige Hüttenwerke und Zechen zu imposanten Museen oder sind dem Verfall und Abriss bestimmt. Umso mehr liegt hier für mich der besondere Reiz, "Ehemaliges" künstlerisch aufzuarbeiten und der Nachwelt in Ausstellungen näherzubringen.

 

Was ist Gießen?

Die Technik des Metallgießens wird bereits seit mehr als 5000 Jahren genutzt, um Bauteile mit geometrisch bestimmter Form zu fertigen. In dieser Zeit hat sich das Verfahren Gießen kontinuierlich weiterentwickelt, so dass zum heutigen Zeitpunkt hochanspruchsvolle Bauteile aus metallischen Werkstoffen mit komplexen Geometrien auf modernsten Anlagen gefertigt werden.

Da beim Gießen die Geometrie des Werkstücks aus einem zunächst flüssigen Material geschaffen wird, das erst durch die Erstarrung zu einem Gussteil, also einem festen Körper wird, zählt das Fertigungsverfahren Gießen zu den Urformverfahren.

Quelle: Bundesverband der Deutschen Gießerei Industrie  (bdguss)

 

STAHLKOCHER; 100x100cm; Öl auf Leinwand
STAHLKOCHER; 100x100cm; Öl auf Leinwand


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